Leitbild für das Lehren und Lernen am Institut für Informatik
Verantwortungsvolle digitale Innovation als Grundlage unserer Lehre.

Als forschungsstarke, international renommierte Universität orientiert sich die Georg-August-Universität Göttingen an den Idealen der Aufklärung – an Freiheit von Forschung und Lehre, kritischer Reflexion und gesellschaftlicher Verantwortung. Das Institut für Informatik konkretisiert dieses Leitbild durch die Ausrichtung seiner Lehre auf die Grundidee der „Responsible Digital Innovation“. Wir verstehen darunter die aufgeklärte, ethische und nachhaltige Gestaltung digitaler Technologien – von Algorithmen und KI-Systemen bis zu vernetzten Infrastrukturen.
Um unsere Studierenden optimal darauf vorzubereiten, digitale Innovationen verantwortungsvoll zu entwickeln und zu reflektieren, basiert unsere Lehre auf den folgenden Grundpfeilern:
1. Forschungsorientierung
Die Informatik lebt von Innovation und wissenschaftlicher Neugier – von der Entwicklung neuer Algorithmen bis zur Analyse gesellschaftlicher Auswirkungen digitaler Technologien.
Um dies in der Lehre abzubilden, setzen wir auf:
- Forschungsnahe Lehrformate: Projektarbeiten, Abschlussarbeiten oder Seminare mit Publikationsbezug (z. B. in KI-Forschung, Cybersecurity oder Umweltinformatik).
- Praktische Anwendung: Studierende arbeiten bereits im Bachelor in Forschungsgruppen und wissenschaftlichen Disziplinen mit und wenden wissenschaftliche Methoden an.
- Kritische Reflexion: Eigenständige Fragestellungen entwickeln und Ergebnisse in interdisziplinären Kontexten diskutieren.
So bereiten wir Studierende darauf vor, lebenslang zu lernen und in Wissenschaft, Wirtschaft oder Bildung verantwortungsvolle Rollen zu übernehmen.
2. Nachhaltigkeits- und Ethikorientierung
Digitale Technologien prägen unsere Gesellschaft – ihre Gestaltung erfordert ethische und ökologische Verantwortung.
In unserer Lehre vermitteln wir daher:
- Technische und gesellschaftliche Perspektiven: Veranstaltungen zu KI-Ethik, Datenschutz oder Green IT (z. B. „Bias in Algorithmen“, „Energieeffiziente Systeme“).
- Praktische Umsetzung: Fallstudien, Debatten und Praxisprojekte (z. B. Entwicklung nachhaltiger Software).
- Kritische Diskussion: Fragen wie „Welche Verantwortung tragen Entwickler*innen?“ werden in interaktiven Formaten behandelt.
Ziel ist es, Studierende zu befähigen, digitale Lösungen im Dienst der Allgemeinheit zu gestalten.
3. Digitalisierung
Die Informatik ist Treiberin und Gegenstand der Digitalisierung zugleich. Unsere Lehre deckt daher drei zentrale Dimensionen ab:
- Lehrinhalte: Wir vermitteln Kernkompetenzen der digitalen Transformation, von Algorithmen und Datenstrukturen über KI und maschinelles Lernen bis zu Cybersecurity und verteilten Systemen.
- Lehrmethoden: Digitale Tools wie interaktive Programmierumgebungen, virtuelle Labore oder kollaborative Plattformen ermöglichen flexibles, inklusives Lernen – ohne den Präsenzcharakter unserer Universität zu verlieren.
- Lehrorganisation: Digitale Plattformen für Prüfungen, Beratung oder Kollaboration optimieren die Studienorganisation und bereiten auf moderne Arbeitswelten vor.
Ziel ist es, Studierende zu digital souveränen Akteur*innen auszubilden, die Technologien nicht nur nutzen, sondern auch gestalten können.
4. Internationalität
Digitale Technologien kennen keine Grenzen – und unsere Lehre auch nicht. Unsere Studiengänge sind international ausgerichtet und bieten:
- Englischsprachige Lehrveranstaltungen in Bereichen wie Data Science, KI oder Software Engineering, um Studierende auf globale Arbeitsmärkte vorzubereiten.
- Auslandssemester an Partneruniversitäten weltweit (z. B. im Rahmen von Erasmus+ oder Doppelabschlussprogrammen) sowie virtuelle Austauschformate für internationale Kollaboration.
- Interkulturelle Kompetenzen durch Veranstaltungen zu globalen Herausforderungen (z. B. „Digitalisierung und Entwicklungspolitik“) und internationale Forschungsprojekte.
So bereiten wir Studierende darauf vor, in multinationalen Teams zu arbeiten und digitale Lösungen für globale Probleme zu entwickeln.
5. Diversitätsorientierung
Informatik lebt von unterschiedlichen Perspektiven – sei es in der Softwareentwicklung, Datenanalyse oder Lehramtsausbildung. Wir fördern eine offene, wertschätzende Lehrkultur, die Vielfalt als Bereicherung begreift. Dazu gehören:
- Gendersensible Lehre: Wir thematisieren Geschlechterstereotype in der Technik und fördern Frauen in MINT-Fächern durch Mentoring-Programme oder spezielle Veranstaltungen (z. B. „Women in Computer Science“).
- Barrierearme Formate: Digitale Tools und flexible Lehrangebote (z. B. Untertitel in Videos, adaptive Lernplattformen) ermöglichen inklusives Lernen für Studierende mit unterschiedlichen Hintergründen.
- Interdisziplinäre Brücken: Durch Kooperationen mit Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften (z. B. in Data Science oder Umweltinformatik) schaffen wir vielfältige Zugänge zur Informatik.
Ziel ist es, Hürden abzubauen und talentierte Menschen unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Hintergrund zu fördern.
6. Kooperation und Kommunikation
Lehre lebt vom Dialog – zwischen Lehrenden und Studierenden, aber auch zwischen Fachdisziplinen und gesellschaftlichen Akteur*innen. Unsere Lehrformate fördern daher:
- Teamarbeit: In Projektarbeiten oder Forschungsgruppen lernen Studierende, kooperativ Lösungen zu entwickeln – etwa durch agile Methoden wie Scrum oder Pair Programming.
- Feedbackkultur: Regelmäßige Lehrveranstaltungsevaluationen, offene Sprechstunden und Peer-Feedback-Systeme ermöglichen eine kontinuierliche Verbesserung der Lehre.
- Gesellschaftlichen Austausch: Durch Public-Code-Projekte, Citizen Science oder Schulkooperationen tragen wir Informatikwissen in die Öffentlichkeit und diskutieren digitale Themen mit Bürger*innen.
So bereiten wir Studierende darauf vor, komplexe Inhalte verständlich zu kommunizieren und verantwortungsvolle Entscheidungen im Team zu treffen.
7. Serviceorientierung
Ein erfolgreiches Studium braucht gute Rahmenbedingungen. Wir bieten eine Vielfalt von Unterstützungsmöglichkeiten:
- Individuelle Beratung zu Studienverlauf, Prüfungen oder Auslandsaufenthalten – persönlich, per E-Mail oder in digitalen Sprechstunden.
- Tutorien und Mentoring (z. B. für Erstsemester, internationale Studierende oder Lehramtsstudierende) sowie Lernräume und Workshops zur Prüfungsvorbereitung.
- Unterstützung durch die Fachschaft, die mit Veranstaltungen, Netzwerkangeboten und studentischer Beratung den Studienalltag bereichert.
Darüber hinaus profitieren Studierende vom „Göttingen Spirit“ – der engen Vernetzung mit außeruniversitären Forschungsinstituten (z. B. Max-Planck-Institute) und der lebendigen Campus-Kultur. Ziel ist es, jeden Studierenden bestmöglich zu unterstützen – damit sie sich auf das Wesentliche konzentrieren können: ihr Studium zur Gestaltung ihrer Zukunft.
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