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Press release: Waldbrandschutz im Harz
No. 122 - 11.09.2026
Verbundprojekt unter Leitung der Universität Göttingen startet wissenschaftlichen Brandversuch
(pug) Durch den Klimawandel verändert sich die Vegetation in den Wäldern und es entstehen neue potenzielle Waldbrandregionen. Dies stellt die Forstwirtschaft vor zusätzliche Herausforderungen: Für die Wiederbewaldung nach Bränden in Mittelgebirgen fehlen bislang nämlich etablierte Richtlinien. Ein neues Verbundprojekt unter der Leitung der Universität Göttingen untersucht, wie verschiedene Löschstrategien die Regeneration von Waldflächen beeinflussen und dokumentiert mögliche daraus entstehende Gefahren. Weitere Partner im „Goslar Forest Fire Regeneration Experiment“ (GoslarFFRLab) sind der Kreisfeuerwehrverband Goslar, der Stadtforst Goslar und die RWTH Aachen. Den Auftakt machte nun ein wissenschaftlicher Vegetationsbrandversuch im Stadtforst Goslar.
In Zusammenarbeit mit dem Waldbrandteam e.V. entzündeten die Projektpartner dort ein Feuer, das mit Netzmittel versetztem Löschwasser gelöscht wurde. Anschließend sammelten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Boden- und Wasserproben. Sie untersuchen nun im Vergleich mit weiteren Flächen, wie durch verschiedene Löschmittel und -methoden Schadstoffe im Boden entstehen, welche Auswirkungen diese auf die Vegetation und womöglich das Grundwasser haben und welche Gefahren für Einsatzkräfte während der Löscharbeiten entstehen könnten. Mittelfristig geht es auch darum, wie Brände Vegetation und Mikroklima verändern und sich die Flächen wieder erholen. „Insbesondere die Schwere eines Brandes beeinflusst Stoffkreisläufe, Mikroklima und lokalen Wasserhaushalt, mit bislang wenig erforschten Auswirkungen auf die Vegetationsregeneration“, erläutert Projektleiterin Prof. Dr. Elisabeth Dietze vom Geographischen Institut der Universität Göttingen. Eine Wiederholung des Brandversuchs ist für 2027 vorgesehen.
Die Forschenden betrachten deshalb die Effizienz und Umweltverträglichkeit verschiedener Löschstrategien sowie eine mögliche gesundheitliche Gefährdung von Forstarbeitern und Bevölkerung durch Schadstoffe, die über Erosionsprozesse auch die regionale Trinkwasserqualität beeinträchtigen können. „Diese Fragen besitzen besondere politische Brisanz in ehemaligen Bergbauregionen mit hoher Schwermetallbelastung, wie beispielsweise der Welterberegion Goslar/Harz, die von einem 1000-jährigen Vermächtnis aus Bergbau, Verhüttung und Holzkohleproduktion geprägt ist“, so Dietze. Langfristig soll das GoslarFFRLab als offenes Reallabor für gemeinschaftsweite Forschung und Ausbildung dienen, um die Prävention entsprechender Brandfolgen in Mitteleuropa zu verbessern.
Kontakt Projektleitung:
Prof. Dr. Elisabeth Dietze
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Geowissenschaften und Geographie
Abteilung Physische Geographie
Professur Landscape Geoscience
Goldschmidtstraße 5, 37077 Göttingen
Telefon: (0551) 39-27725
E-Mail: edietze@uni-goettingen.de
Internet: www.uni-goettingen.de/de/662289.html
Kontakt Teilvorhaben Mikroklima:
Dr. Birgitta Putzenlechner
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie
Campus-Zentrum für Biodiversität und nachhaltige Landnutzung (CBL)
Kompetenzzentrum Landschaftsresilienz
Büsgenweg 1, 37077 Göttingen
Tel. +49 (0) 551 39-23375
E-Mail: birgitta.putzenlechner@uni-goettingen.de
Internet: www.uni-goettingen.de/de/697133.html