Daniel Méndez
[vom 06.02. bis 24.04.2026]
Daniel Méndez promoviert in den Geisteswissenschaften an der Universitat Pompeu Fabra, Barcelona. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der deutschen Philosophie und im modernen jüdischen Denken. Methodisch bewegt er sich an der Schnittstelle von Politischer Theologie, Sprachkritik und Intellektuellengeschichte, mit einem besonderen Interesse an Konzepten von Identität und Gemeinschaft in den Transformationen der europäischen Moderne. Im Zentrum seiner Arbeit steht die deutsch-jüdische Tradition des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Er untersucht, wie die moderne Kopplung von Sprache, Nation und Territorium für deutschsprachige jüdische Denker, vor dem Hintergrund diasporischer Erfahrung und Assimilation, spezifische Spannungen erzeugte und hegemoniale Modelle von Souveränität und kultureller Identität infrage stellte. Sein Dissertationsvorhaben untersucht dabei im Besonderen das Werk von Gustav Landauer. Inspiriert von mystischen Traditionen und zentralen jüdischen Begriffen konzipiert Landauer Gemeinschaft nicht territorial, sondern als geschichtlich und geistig in der Zeit gegründeten Zusammenhang. In diesem Kontext gewinnt Übersetzung den Status einer philosophischen Praxis, die den relationalen Charakter von Identität sichtbar macht und ein pluralistisches Denken ermöglicht.