Neuigkeiten Prof. Dr. Dr. h.c. Martínez
Auf den 10. Luzerner Agrarrechtstagen hat Prof. Dr. Dr. h.c. Martínez einen Vortrag mit dem Thema "Wissenschaft im Agrarrecht" gehalten. Dabei ging es um die Frage: "Ist Agrarrecht für die Rechtswissenschaft ein Nischenfach – oder ein Labor für die Zukunft des öffentlichen, europäischen und interdisziplinären Rechts?".
Daran schließen sich selbstverständlich weitere Themenfelder an:
- Systembildung im Agrarrecht – was hält das Fach dogmatisch zusammen?
- Agrarrecht zwischen Jurisprudenz und Agrarwissenschaft – wie viel Natur‑, Wirtschafts- und Betriebswissen braucht die Rechtswissenschaft?
- Europäisierung und Mehrebenensystem – welche Wirkungen haben GAP, Umweltrecht, WTO & Co. auf Lehre und Forschung?
- Nachhaltigkeit, Klima, Wasser, Boden und Biodiversität – wie verändern sie die klassische Agrarrechtsdogmatik?
- Lehre und Nachwuchs – wie verankern wir Agrarrecht sichtbar und attraktiv an den juristischen Fakultäten?
Das Fazit von Prof. Martínez: "Wir sollten das Agrarrecht weit weniger als Nische und viel stärker als dogmatisch äußerst ergiebiges Rechtsgebiet begreifen und fördern. Kaum ein anderes Feld zwingt uns so konsequent, Verfassungs‑, Europa‑, Umwelt‑ und Wirtschaftsrecht zusammenzudenken – eine Chance, die wir in Forschung, Lehre und Praxis noch deutlich entschiedener nutzen sollten."
Rechtssicherheit für Rote Gebiete
Prof. Dr. José Martínez im Interview mit Rainer Münch (AGRA Europe)
Kohärenz statt Flickschusterei
Prof. Dr. José Martínez im Interview mit Rainer Münch (AGRA Europe)
Dafür schlägt er vor, alle bevorstehenden rechtlichen Maßnahmen in einem einzigen Maßnahmenpaket zu bündeln. So könnte nicht nur Planungs- und Investitionssicherheit für Betriebe geschaffen werden, auch könnte Deutschland den Krisenmodus der kleinen Flickschusterei verlassen und mit klaren Minderungszielen und Monitoring-Mechanismen zu einer verlässlichen Bewirtschaftungsregulierung übergehen.
Den kompletten Beitrag finden sie: hier
VI. Budapest-Göttingen Fakultätskolloquium (ELTE Law School)
Vortrag von Prof. Dr. Martínez
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Gerichte – ohne selbst Infrastrukturpolitik zu betreiben – verfassungsrechtliche Mindeststandards sichern und politische Entscheidungen mit räumlichen Verteilungsfolgen an Begründung, Transparenz und Fairness messen können.
14. Göttinger Gespräche - Ein voller Erfolg
zum Thema Risiken in der Landwirtschaft
Am 08.05.2026 fanden am Institut für Landwirtschaftsrecht
der Georg-August-Universität Göttingen die 14. Göttinger Gespräche zum
Agrarrecht statt – unter dem Leitthema: Risiken in der Landwirtschaft.
Ein hochkarätig besetzter Tag mit Beiträgen zu öffentlicher Risikovorsorge,
Hofnachfolge in Personengesellschaften, Mehrgefahrenversicherung und
Zwangsversteigerung landwirtschaftlicher Liegenschaften.
Herzlichen Dank an die Dozenten: Anna-Lena Poppe, Hendrik
Schulz, Thomas Gehrke, Carsten Dietert und Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Ahrens für
ihre exzellenten Beiträge – an die Landwirtschaftliche Rentenbank für die
großzügige Unterstützung und das Team meines Lehrstuhls.
Auch ein dank allen Teilnehmenden für die engagierte
Diskussion – wir freuen uns auf die 15. Göttinger Gespräche!
- Klare Ziele statt lose Maßnahmenpakete
- Öffentliche Mittel an überprüfbare Leistungen knüpfen
- Planungssicherheit, Vereinfachung und faire Wettbewerbsbedingungen
- Tierwohl, Klima, Bodendiversität und Ernährungssicherheit zusammen denken
EU-Wiederherstellungsverordnung: Rechtssichere
Entschädigungsmodelle Eine juristische Analyse der
Kompensationsmechanismen für Landeigentümer
Vortrag durch Prof. Dr. José Martínez
Am 13. März 2026 hielt Prof. Dr. José Martínez am Thünen Institut Braunschweig einen Vortrag zum Thema: EU-Wiederherstellungsverordnung: Rechtssichere Entschädigungsmodelle Eine juristische Analyse der Kompensationsmechanismen für Landeigentümer.
1. Regionalkonferenz des Niedersächsischen Fischereidialogs
Moderation durch Prof. Dr. José Martínez
Am Freitag den 20. März 2026 moderierte Prof. Dr. José Martínez die 1. Regionalkonferenz des Niedersächsischen Fischereidialogs.
Im Mittelpunkt standen die Vorstellung des Fachkonzepts mit dem „Suchraum“ für fischereifreie Gebiete sowie die naturschutzfachlichen und sozioökonomischen Grundlagen.
Die zahlreichen Hinweise aus der Diskussion und den
Kartenabgaben fließen nun in die Abwägung und Überarbeitung des
Fachkonzepts ein.
Schriftliche Stellungnahmen sind bis zum 4. Mai 2026 willkommen. Weitere
regionale Termine folgen; anschließend ist die Vorlage des
überarbeiteten Fachkonzepts mit Vorschlag zur Gebietsauswahl geplant.
Vielen Dank an alle Teilnehmenden aus Fischereibetrieben,
Erzeugerorganisationen, den Hafenkommunen, Verbänden und Fachbehörden
für den konstruktiven Austausch.
[Neue Ansätze der Landregulierung
Deutsch-maltesischer Dialogforum in Göttingen
Am 19. März 2026 besuchte der Direktor der Landwirtschaftsabteilung im maltesischen Department of Rural Affairs, Herr Marco Dimech, das Institut zu einem Workshop zu neuen Ansätzen der Landregulierung. Ziel des Treffens war es, deutsche und maltesische Expert:innen zusammenzubringen, um aus vergleichender Perspektive den Umgang mit landwirtschaftlichen Flächen zu diskutieren – einem zentralen Thema, das sowohl Malta als auch Deutschland vor Herausforderungen wie Klimawandel, Urbanisierung und nachhaltige Landnutzung stellt.
Malta als Inselstaat bietet einzigartige Einblicke in die Bewältigung von Flächenknappheit und integrierter Raumplanung, während Deutschlands föderale Strukturen reichhaltige Erfahrungen mit strukturellen Schutzmechanismen bieten.
Die Diskussion konzentrierte sich auf folgende Schwerpunkte:
- Innovative Instrumente zur Vermeidung von Flächenfragmentierung und zur Unterstützung aktiver Landwirtschaft
- Lernchancen aus dem Vergleich: Von maltesischen Strategien zur Erhaltung landwirtschaftlicher Flächen bis hin zu Deutschland’s Grundstücksverkehrsrecht
- Perspektiven für zukünftige Kooperationen in Forschung, politischem Dialog und Fachwissenstransfer
Herr Dimech betonte: „Land ist nicht nur eine Ressource – es ist die Grundlage für Ernährungssicherheit, kulturelle Identität und ökologische Balance.“ Diese Aussage prägte die Diskussion und fand breite Zustimmung bei unseren Göttinger Kolleg:innen – insbesondere bei Dekan Prof. Paulus, der die Anwendbarkeit maltesischer Ansätze für europäische Lösungsstrategien hervorhob.
Die Strategien Maltas zur Balance zwischen Entwicklung und Landerhaltung gelten als Meilenstein einer pragmatischen, zukunftsorientierten Politik. Ich freue mich darauf, diese Ideen gemeinsam weiterzuentwickeln.
Ein herzlicher Dank gilt Herrn Dimech für seine präzise und inspirierende Präsentation, unserem Göttinger Team für die exzellente Organisation sowie allen Teilnehmenden für ihre engagierte und sachkundige Diskussion. Besonderer Dank geht an Anna Kiermeier aus München, die per Online-Verbindung wesentlich zur Bereicherung der Gespräche beigetragen hat.
Herr Prof. Dr. José Martinez wird am 17. April 2026 an einer Konferenz mit demselben Thema in La Valetta teilnehmen.