Geschlechtliche Vielfalt an der Universität Göttingen

Die Universität Göttingen hat sich zum Ziel gesetzt, alle Mitglieder und Angehörigen unabhängig von Erfahrungshintergründen und Lebenssituationen in der Entfaltung ihrer Potenziale zu fördern und bestmöglich vor Diskriminierung zu schützen. Dies schließt selbstverständlich auch die Personen ein, die sich nicht (immer) oder nur teilweise mit ihrem bei Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren (trans*), die in einem Körper geboren sind, der den normativen Vorstellungen von männlich/Mann und weiblich/Frau nicht entspricht (inter*) oder die sich nicht oder nicht ausschließlich als "männlich" oder "weiblich" identifizieren (nicht-binär/ abinär).

Trans*, inter* und nicht-binäre Personen sehen sich im Hochschulalltag oftmals besonderen Herausforderungen gegenüber oder erfahren Benachteiligung und Diskriminierung - beispielsweise durch verletzende Reaktionen anderer am Arbeitsplatz und in Lehr-/ Lernsituationen, durch Regelungen, die es unmöglich machen, unter selbstgewähltem Namen zu studieren oder zu arbeiten, oder durch Toiletten und Umkleideräume, die so gestaltet sind, dass sie eine Zuordnung zu „männlich“ und „weiblich“ erfordern.

Die Universität Göttingen strebt es daher an, die Vielfalt der Geschlechter in allen Aufgabenbereichen und Verfahren zu berücksichtigen. Erste Schritte sind mit der Entscheidung der Universität für ein richtlinienbasiertes Verfahren zur Vornamens- und/ oder Geschlechtseintragsänderung für trans*, inter* und nicht-binäre Studierende, eine inklusive Schreibweise, der Umwidmung einiger Toilettenräume in „WCs für alle“ sowie mit dem Angebot von Qualifizierungen und Empowerment-Veranstaltungen (Übersicht und Archiv) bereits getan. Diese Entwicklungen wurden maßgeblich durch das Pilotprojekt „Unterstützung von trans* Studierenden“ (s.u.) befördert.

Kooperation mit Queeres Göttingen e.V.: Informations- und Beratungsangebote für junge queere Studierende und Mitarbeitende

Die Universität Göttingen kooperiert seit Oktober 2020 mit dem Verein Queeres Göttingen e.V., indem sie die Durchführung des Projektes „equity* – Empowerment für queere Jugendliche und junge Erwachsene bis 27“ unterstützt. Ziel der Kooperation ist die Stärkung des Diskriminierungsschutzes von queeren, insbesondere trans* Studierenden und jungen MItarbeitenden an der Universität Göttingen. Durch das Projekt stehen ihnen vielfältige Informations- und Beratungsangebote zur Verfügung.

Pilotprojekt "Unterstützung von trans* Studierenden" (2018/19)

Das Pilotprojekt bot Peer-to-Peer Beratung und Unterstützung für trans* Studierende an der Universität Göttingen an. Es richtete sich an alle Studierenden, die Fragen zu ihrer geschlechtlichen Identität zu trans* bezogenen Veränderungsprozessen sowie zu sozialen, rechtlichen und medizinischen Aspekten der Transition hatten oder aufgrund (zugeschriebener) Sexualität Beschämung, Ausgrenzung oder Diskriminierung in der Universität erfahren haben.
Zusätzlich bot die Beratungsstelle Consulting für Personen (z.B. Lehrende, Beratende), die Fragen zum Umgang mit trans* Studierenden oder zum Thema trans* Sein im Studium hatten.
Das Projekt wurde aus Studienqualitätsmitteln finanziert.